Der Mönch

Inmitten dieser Zeiten planetarer und kosmischer Veränderungen, bin ich eines Tages einem 97-jährigen vermutet segensreichen Mönch begegnet. Dieser Mönch hatte die Kraft, Menschen durch Gebet zu heilen. Er lebt einfach nach den Vorschriften Christi Lehre und der Gesetze des Lebens, und wird durch Gebet mit Gott einig. Von ihm habe ich verstanden dass dieser Zustand des Gewissens uns allen zur Verfügung steht, wir können daran denken, aber der höchste Grad ist wenn wir Gott in unserem physischen Körper spüren, den Heiligen Geist der in uns waltet. Die Worte des Mönchen waren sehr einfach, ohne komplizierte Philosophien oder Theorien, aber voller Segen .

Dieser geistliche Vater sprach:

– Die Schöpfung ist grossartig und wunderbar eben durch ihre Einfachheit und Klarheit. Jedes Mal wenn der Mensch komplizierte Wege der Göttlichkeit sucht, verirrt er sich im Labyrinth der eigenen Vorstellungen. Am Ende des Lebens, bekommt die Seele ihren Glanz aus den Augenblicken wo sie geliebt, sich hingegeben und sich gefreut hat auf der Erde, in Gewahrnehmung von Gottes Größe.

Ich fragte ihn, wie die Heilungen erfolgen, was passiert wenn ein Mensch zu ihm kommt.

– Ich, der Mensch, denke nicht, ich hätte eine Aufgabe, ich öffne mich einfach und lasse den Heiligen Geist durch mich zu fliessen. Ich frage den Menschen nie, warum er zu mir gekommen ist, was sein Problem ist. Ich spüre seine beladene Seele und bete für ihn. Das ist alles – ich bete mit dem Menschen zusammen. Und ich sage ihm, es ist eine grosse Freude wenn sich zwei im Namen Christi versammeln, dann ist Er auch anwesend: „Wo zwei sich in Meinem Namen versammelt haben, bin Ich auch dabei”. Für mich ist es ein Segen, jedes Mal wenn mir jemand die Tür öffnet. Ich sehe da nicht einen Menschen, sondern Gott selber, der in meine Hütte eindringt. Am Ende, spüre ich wie der Mensch viel leichter, ruhiger und klarer ist. Ich muss nicht wissen, welches seine Bürde ist, Gott weiss es besser. Ich halte meine Seele offen und bete aus ganzem Herzen. Alles liegt  also in unserem Gebet zu Gott. Manchmal verberge ich die Hände des Menschen in meinen Händen, andere Male halte ich meine Hände über seinen Kopf. Manchmal spüre ich, er muss noch wiederholte Male zu mir kommen, andere Male weiss ich, es ist vollendet. Und das Wunder, das geschieht, nenne ich nicht Heilung. Für mich ist es eher so, dass der Mensch für Gott erwacht ist.

Da fragte ich ihn erneut, warum es mir so schwer fällt, inmitten einer aufgeregten, nervösen, gespannten Menschenmenge zu beten. Seine Antwort :

– Wenn der Mensch auf Gott von aussen hin sehen will, wird er auch Hindernisse von aussen treffen. Die Ursache sind nicht die Menschen, sondern die Art, wie du Gott betrachtest, deine innere Haltung Ihm gegenüber. Wenn du fest glaubst, dass Gott in deinem Inneren wohnt, begreifst du, dass niemand zwischen dir und Gott stehen kann. Um zu beten, vertiefe dich in dein Inneres, ins innere deines Herzens, schliesse die Augen und finde die Ruhe in deinem Herzen. Dort erwartet dich Gott. In der Ruhe des Schweigens, oder das Schweigen der Ruhe, bist nur du mit Gott.  Der Geist öffnet sich als erster, und durch deine Gedanken, erlaubt Gott, sich in dir zu zeigen – oder der Geist kann dieses auch verhindern. Die Gedanken bilden Labyrinthen und verwickeln sich manchmal selber in dieser Vernetzung. Wenn du der Liebe aus deinem Herzen erlaubst, den Geist zu benetzen, erlebst du wie deine Gedanken selber ihren Weg zum Himmel, zum Reich Gottes finden, denn „das Reich Gottes ist in euch… ”.

Erneut fragte ich ihn, wieso die Menschen sich aufregen und sich durchkämpfen, um während der Ostermesse an das Licht zu kommen:

– Der Mensch kämpft, um näher an Gott zu kommen, wenn er Furcht hegt, Unruhe, Zweifel betreffend seiner Beziehung mit Gott. Das ist der Beweis, dass er noch immer mit dem Kopf lebt, und von dem Verstand geleitet ist. In diesem Zustand hat man immer noch etwas zu tun, man hat nicht genug getan, es ist noch etwas, und dieses Etwas bringt die Näherung – und man sucht, und sucht, und sucht unerlässlich. Wenn man aber von dieser Unruhe, diesem Suchen und diesem Zweifel innehält, und sich selber erlaubt, Gott in sich zu finden, kann man Ihn in seiner Mitte, in seinem Herzen finden. Man kann ein ganzes Leben nach einem äusseren Gott suchen – jedoch ist die Suche auf einem falschen Weg. Der äussere Kampf ist ein Beweis des inneren Kampfes, in der Seele dieser Menschen die sich von ihrem Ego geführt lassen, von dem dualen Denken, von ihrer Hoffnung, ihrer Suche, ihrem Streben. Das sind Zeichen eines konfliktualen Denkens. 

Ich fragte ihn, wieso er nach langen Stunden stehen, in einer sehr unbequemen Position, niemals ein Zeichen von Müdigkeit gab. Umso mehr, da dieser Mönch eine Atmosphäre von Frieden um sich verbreitete, und das Licht der göttlichen Liebe und Weisheit ausstrahlte, waren auch die Menschen um ihn ruhig und sanft.

–  Müdigkeit kommt von dem Kampf des Wesens mit dem Leben. Wenn man sich dem Leben entgegensetzt, wenn man richtet, kritisiert, beurteilt, beschuldigt, Wut über sich selber oder über andere freilässt, verliert man etwas vom Leben und wird müde – und das ist auch normal so, denn man schwimmt ja gegen die natürliche Strömung. Die Liebe ist der Strom des Lebens. Die Liebe gibt dem Leben Sinn, und wahre Liebe gibt die Kraft, zu leben, zu „sein”. Frieden, Ruhe, Harmonie werden dann erreicht, wenn man auf das duale konfliktuale Denken verzichtet, und das Leben durch sich fliessen lässt, wenn man sich auf gar nichts mehr entgegensetzt, und der eigenen göttlichen Seele gewahr wird.

Da hat er mich gefragt:

– Haben sie nicht bemerkt, wenn Sie sich freuen, lieben, beten, sind Sie voller Leben und Vitalität? Dann waren Sie in einem Zustand wo Sie sich nicht dagegensetzten, und sich einfach vom Leben führen liessen. Dann war Ihr Herz offen, und Sie waren mit Gott, mit der Ewigkeit des Lebens und der unendlichen heiligen Liebe verbunden. Man wird nur dann müde, wenn man mit dem dualen, getrennten Verstand lebt. Das Herz ermüdet nie. Dein Verstand sucht immer fort, findet immer etwas woran er sich hängen kann – doch im Grunde genommen, sucht auch der Verstand seine Ruhe, seinen Frieden.  Wenn man aufgewühlt ist, dann ist man auf den dualen Gedanken konzentriert, im Ego. Wenn man aber auf das Herz zentriert ist, kommt  die Klarheit des Geistes, des göttlichen Geistes, dann kann man den Geist und das Herz Gottes spüren. Da ist also der Kampf nicht zwischen uns und unseren Mitmenschen, oder den Umständen des Lebens, sondern eher zwischen uns und unserem Inneren – es ist der innerliche Kampf, der müde macht, der die vitalen Energien auffrisst und der zuletzt erschöpft und zerstört.

Ich habe ihn gefragt, wie man diesem Kampf, dieser Zerstörung, diesem Stress entkommen kann:

– Man muss sich nicht herauskämpfen, weil man dadurch um so tiefer hineinsinkt. Es kommt eine Zeit wo man begreift und darüber bewusst wird, dass es unnötig ist, zu kämpfen, weill alles von selber vorgeht, das Leben fliesst ruhig, es ist kein Streben und kein Tumult, sondern ein Segen. Dann erfolgt das Gefühl der Lebensfreude, die Freude zu „sein”, die Freude, das zu sein, was man wirklich ist, ein geliebtes Kind Gottes. Der Kampf erfolgt so lange, bis diese Erkenntnis kommt, dieser seelische Frieden, diese Überzeugung. Renne Gott nicht nach, bleibe ruhig und lass Gott Sich durch dich manifestieren, weil Er bereits in dir und überall ist. Sei du selber in jedem Augenblick deines Lebens und sei anwesend, sei bewusst und fühle die allgegenwärtige Gegenwart der Gegenwart !

Ich habe ihn gefragt, auf welcher Art er diesen Zustand seelischen Friedens, Belichtung und Geistigkeit erreicht hat?

Er teilte mir mit, dass er Gott gebeten hatte, ihn aufzuklären, wie er seine Mitmenschen zu Gottes Glauben, Hoffnung, Frieden und Liebe bringen, und wie er dafür auch die Bestätigung erhalten konnte. Dann liess er sich von der Welle des Lebens treiben, eröffnete sich und bekam die Gebete die er in seiner Seele verspürte. Er hat keinen Augenblick  gezweifelt, und Gott gebeten, ihm die Kraft zu erteilen, allen Menschen die göttliche heilige Liebe zu schenken, für sein ganzes irdisches Leben.  Dieses fand er als den grössten Segen für ihn, den Reichtum seines Herzens, das Licht und die allerheilende und allerheiligende Liebe Gottes: „Wo Gott ist, dort ist der Reichtum meiner Seele”.

Ich erteilte ihm, ich finde, die Kirche hat sich von ihren Gläubigen entfernt, hat die Beziehung zum Heiligen Geist verloren und somit die Verbindung zwischen Himmel und Erde unterbrochen, wo die Priester ja doch die Aufgabe hätten, diese Verbindung lebendig zu halten und ihren Gläubigen die Kraft des Heiligen Geistes einflössen sollten.

– Die Kirche ist eine Institution aus Menschen. Und der Mensch hat sich von Gott, und von seinem Nächsten entfernt, durch Unbeachtung des Gebotes Jesu, Gebot der Liebe „Du sollst Gott den Herrn aus deinem ganzen Herzen, deiner ganzen Seele, Geist und Kraft lieben!”. Diese Entfernung wurde von Angst hervorgerufen, die Angst um die Lehren, für deren Erhaltung, Angst um die Macht. Aus dieser Angst haben die Priester ihre Aufmerksmakeit nur auf die Lehre konzentriert, und haben vergessen oder verloren,was viel wichtiger ist, den Segen und das Leben im Heiligen Geist, nach dem göttlichen Gebot:  „Die ihr in Christus getauft wurded, sollt ihr auch in Christus wandeln!”

– Denjenigen, einst von Christus angesprochenenMenschen wurde die Kraft des Heiligen Geistes durch Seine Lehren eingeflösst, Er hat in ihre Herzen den Samen der göttlichen Liebe gepflanzt. Jesus hat nicht versteckt gesprochen, den Aposteln alleine, Er hat dagegen die ganze Welt angesprochen, ohne zu fürchten, etwas zu verlieren. In der Kirche aber sind auch  Menschen und Menschen. Was du als Mensch tun kannst, ist, das Wort ihres Grundlegers zu studieren, das Wort des Herrn Jesus Christus, durch Welchen der Vater uns alle angesprochen hat. Lesen, fühlen und die Gebete wählen, die du in deiner Seele spürst. Gebete, die man nur mit dem Gedanken oder dem Mund ausspricht, sind zwecklos, einfach leere Laute. Die biblischen Lehren ermuntern uns dazu, das Leben in all ihren Formen zu experimentieren, laut göttlichem Gebot: „Erforscht alles und behaltet was gut ist…” Durch Gebet wird der Mensch im Wort, die Tat des Gedanken, höher gebracht, durch Gefühl, und durch direktes Erleben. Diese drei (Gebet, Wort Tat) müssen zusammen schreiten, um den Menschen bis zu Gottes Gewissen zu erhöhen. Unsere Aufgabe ist es nicht, die Menschen zu richten – das wird auch in der Heiligen Schrift betont: „Richten wir nicht, denn mit dem Maße mit dem wir richten, werden wir auch gerichtet”. Wir Mönche stehen auf diesem Urstein: die Lehre der Heiligen Schrift, der Glaube, die Hoffnung und die Liebe. Wir selber finden den rechten und wahren Weg der uns zu Gott führt, Jesus Christus: „Ich bin der Weg, die Wahrheit und das Leben. Niemand kommt zum Vater denn durch Mich…”.

Er hat auch hinzugefügt, wie wichtig es ist, mich in der Ruhe meines eigenen Herzen zurückzuziehen, die Ruhe anzuhören, den seelischen Frieden zu erreichen, und Gottes Stimme in diesem Frieden anzuhören:

–      Suche die Ruhe, folge nicht dem Satz meiner Worte, sondern erhöre Gott in meinem Schweigen.

Jedes Mal als er aufhörte zu sprechen, stand ich da mit geschlossenen Augen und hörte, spürte wie ein Flattern von Flügeln, und sah etwas wie eine grosse Lichtkugel über dem Kopf dieses wundersamen Menschen. Dieser geistig erhöhte Mensch sprach alle die um ihn waren, mit sehr viel Ehrung, mit Anerkennung und Liebe an, da er die Anwesenheit Gottes in jeder Person erkannte.

Ich wollte wissen, was er verspürte, wenn er mit Menschen sprach:

– Wenn ich mit einem Menschen spreche, betrachte ich den Heiligen Geist in ihm. Einem Menschen gegenüber respektlos zu sein ist als benähme man sich respektlos vor dem Thron Gottes. Es ist nicht genug, Gott in einem Engel oder in Seinem Sohn Jesus Christus zu sehen; blicke umher und entdecke Ihn hier, jetzt und überall. Spreche jedes Wort langsam aus, mit Respekt und ohne Hast. Die Wörter sind von dem Heiligen Geist inspiriert. Wenn man mit einem Menschen spricht, soll man es langsam und respektvoll tun, weil in dem Moment der Heilige Geist Sich durch dich manifestiert in der Welt, und durch jeden Menschen den Gott in dein Leben schickt, will Er dir etwas sagen. Lass jedes Wort aus dem Tiefen deiner Seele kommen, spüre es bevor du es aussprichst. Nur so kann es die Seele des Menschen berühren. Wenn deine Worte aus deinem dualen Denken kommen, hat kein Licht aus deiner Seele, wird einfach in eine Ecke des Gedächtnisses landen und dort vergessen. Wenn deine Worte der Seele entspringen, wird der Mensch in seiner Seele nicht das was ich oder du gesprochen haben gewahrnehmen, sondern eher die Erinnerung der Freude, sie seine Seele in dem Zusammensein mit dir verspürt hat. Mutter Theresia sagte einst: „Tue so, dass nach dem Treffen mit dir, jeder Mensch verändert wird, verbessert und verwandelt von dem Lichte der heiligen Liebe.”

Beim Abschied hätte ich ihm so gern etwas geschenkt. Ich wusste nicht was, die Frage plagte mich. Da antwortete er mir auf meine unausgesprochene Frage, und bat mich, das Zeichen des Kreuzes über ihn zu machen und ihn zu segnen. Ich war verwundert, wieso ich, ein einfacher Mensch, dieses ihm schenken konnte, ihm, der in dieser Welt lebte und doch einer Anderen höheren  gehörte. Da erwiderte er mir:

– Wenn du etwas im Namen der Heiligen Dreieinigkeit oder des Gottesvaters aus deinem ganzen Herzen tust, dann lässt du die himmlische Kraft des Heiligen Geistes über dich kommen, und den Göttlichen Segen Sich durch dich zeigen, der Segen Gottes. Der Mensch segnet nicht durch die Kraft des Menschen, sondern durch die des Geistes – und vor Gott sind wir alle gleich..

Die wirklich geistigen Wesen, geistig illuminiert, bewegen sich ruhig unter uns, unbeachtet, einfach, doch bei ihrem Vorübergang an unserem Leben spürt man die Berührung der himmlischen Welten…

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